Lüdinghauser Straße 12c, 59399 Olfen

Jakobskreuzkraut

Jakobskreuzkraut

Jakobskreuzkraut

Diese Pflanzenart wird von Landwirten und Pferdehaltern nicht gerne gesehen, da alle ihre Teile auf Grund der enthaltenen leberschädigenden Pyrrolizidinalkaloide giftig sind, auch bei Hautkontakt. Der Gehalt ist in den Blüten bis zu doppelt so hoch wie im Kraut. ...Die Alkaloide bleiben im Gegensatz zu vielen anderen Giften bei der Konservierung in Heu oder Silage wirksam und werden auf diese Weise auch von Weidetieren mit aufgenommen, welche die im frischen Zustand bitter schmeckenden Kräuter ansonsten eigentlich meiden. Auch kleine Dosen schädigen die Leber dauerhaft, so dass eine schleichende Vergiftung über Jahre möglich ist. ...Als tödliche Dosis für Pferde werden dabei 40 bis 80 Gramm Frischpflanze pro Kilogramm Körpergewicht genannt, bei Rindern 140 Gramm. Schafe und Ziegen sind weniger empfindlich, bei Aufnahme größerer Mengen (zwei bis vier Kilogramm pro Kilogramm Körpergewicht) sollen aber auch bei diesen Todesfälle auftreten....

(Quelle: Wikipedia)

Giftige Pflanzen

Jakobskreuzkraut

Axel Ellertmann Mittwoch, 15. Juli 2020 von Axel Ellertmann

Gift auf den Weiden

Jakobskreuzkraut

In dem Artikel in den Ruhr-Nachrichten über das Jakobskreuzkraut wird berichtet, dass es hochgradig giftig für Pferde und Rinder ist. 40 Gramm der Pflanze reichen aus, um ein 600 kg schweres Tier zu töten. Bekanntermaßen ist die Olfener Steveraue an vielen Stellen voll damit.

Als Olfener Landwirt kann ich ein Lied davon singen: In unserem Betrieb verenden jährlich 2-3 Tiere an Vergiftungen. Die Tiere, die nicht sterben, leiden mehr oder weniger unterschwellig an dem Gift Pyrrolizidin des Jakobskreuzkrautes, das sich, wie Herr Niewind treffend berichtet, in der Leber anreichert und nicht mehr ausgeschieden wird. Darüber hinaus verliert unser Betrieb jährlich zusätzlich rund 10 Rinder, die auch dieses Gift aufgenommen haben: Wir müssen sie vorher zum Schlachten bringen. Deshalb wird auf unseren Wiesen, auf denen die Kühe frei grasen können, die aber in Verlängerung der Steverauen liegen, regelmäßig das Jakobskreuzkraut einzeln per Hand ausgestochen und in der Restmülltonne entsorgt. Durch diesen hohen Zeitaufwand können wir den Gifteintrag zumindest zum Teil verhindern und die Tierqualen und Tierverluste reduzieren.

Dass dagegen in der Steveraue keine Tiere durch Vergiftung sterben, grenzt für mich an ein Wunder.

Da ich unserem Hof auch noch 6 Bienenvölker habe und damit jährlich ca. 180 kg Honig produziere, betrifft mich das giftige Kraut auch in diesem Zusammenhang. Ab Anfang Juli blüht die Pflanze und die Bienen sammeln natürlich auch ihren Nektar. Als Vorsorge und um meine Kunden zu schützen, habe ich ein renommiertes Berliner Institut mit einer Untersuchung des Honigs auf Giftstoffe beauftragt. Ergebnis: Es waren 48mg des Giftes des Jakobskreuzkrautes im Honig enthalten. Zwar liegen bei den meisten Giften in Deutschland die Grenzwerte unter 1mg, allerdings gibt es unglaublicher Weise für das Pyrrolizidin des Jakobskreuzkrautes keinen Grenzwert!

Auf Nachfrage beim Prüfinstitut, ob ich den Honig denn noch verkaufen könne ohne die Abnehmer zu vergiften, hat man mir geantwortet, dass es rein rechtlich möglich sei, aber sicherlich höchst ungünstig für die Verbraucher. Ich habe daraufhin den gesamten Ertrag vernichtet.

Seitdem wird mit Beginn der Blühte des Jakobskreuzkrautes bei uns kein Honig mehr geschleudert. Dies führt letztendlich zu einer Ertragsminimierung von einem Drittel.

Als Ergebnis des unbegrenzten Wachstums und Vermehrung des Jakobskreuzkrautes in und außerhalb der Steverauen müssen Landwirte und Honigproduzenten folglich nicht zu unterschätzende Verluste hinnehmen. Deswegen ist aus meiner Sicht diesbezüglich dringender Handlungsbedarf gegeben.

Am Ende müssen wir Tierhalter enorme Verluste hinnehmen, um fragwürdige Naturschutzprojekte in unserer Gesellschaft zu rechtfertigen.

Axel Ellertmann
Kökelsumer Str. 65
59399 Olfen

Jürgen Müller Donnerstag, 16. Juli 2020 von Jürgen Müller

Leserbrief Ruhr-Nachrichten vom 07. Juli 2020

Jakobskreuzkraut

Jetzt ist es wieder soweit.

Wie jedes Jahr blüht es gelb. Pferde und Rinder im gelben Blütenmeer, ein herrliches Fotomotiv, nur schade, dass diese Pflanzen für die Tiere hochgiftig sind.

Wie jedes Jahr, werde ich es schaffen meine Pferde- / Heuwiesen Jakobskreuzkrautfrei zu halten. Das gelingt mir, indem ich sofort nach Sichtung einer Pflanze aktiv werde, meine Handschuhe anziehe, (denn die Giftstoffe werden auch über Haut aufgenommen) und Sie mit Wurzeln ausgrabe und meine Restmülltonne damit vollstopfe (denn die Giftstoffe gehen auch nicht bei einer normalen Kompostierung nicht verloren). Eine Vorgehensweise, die ich jedem Halter von Weidetieren nahelegen möchte.

Wie jedes Jahr wird diese Gefahr für die Tiere von der Stadtverwaltung verharmlost. Schon vor 10 Jahren wurde mir vom damaligen Bürgermeister lapidar versichert: "Die Dierken fressen dat nich, das wird immer weniger". Eine Aussage, die seit dem immer wieder in schöner Regelmäßigkeit verbreitet wird. Wenn ich jetzt nach vielen Jahren über die Steverauen schaue, kann ich einen bemerkenswerten Rückgang leider immer noch nicht feststellen.

Ein Antrag der UWG zur Bekämpfung des Kreuzkrautes wurde im August 2015 mehrheitlich abgelehnt. (Die Tiere fressen dass nicht, es wird immer weniger...) Der in derselben Sitzung von der Verwaltung eingebrachte und einstimmig angenommene Kompromissantrag, das ein Gutachten zum Thema erstellt werden soll ist bis zum heutigen Tag leider immer noch nicht umgesetzt.

Gibt man das Suchwort Jakobskreuzkraut in eine Browser ein, erscheinen unendlich viele Seiten u.a. auch die Landwirtschaftskammer und das Bundesamt für Risikobewertung, die vor dem Kraut warnen. Bisher habe ich noch keine wissenschaftliche Arbeit gefunden, die die These der Stadt, das sich das Problem ohne Habitatsveränderung von alleine löst, gefunden.

Fachzeitschriften wie z.B. von Pferdeverbänden (VFD) aber auch das Landwirtschaftliche Wochenblatt Ausg. 26/2020 greifen immer wieder nicht ohne Grund auf dieses Thema auf. Laut Wochenblatt gilt nach heutigen Kenntnisstand 1 Pflanze je Ar (100m²) als äußerste Grenze der Verunkrautung mit JKK.

Die tödliche Aufnahmemenge eines Pferdes liegt bei 40 - 80g je kg Körpergewicht. das hört sich bei hochgerechnet 24 - 48 kg für ein 600 kg Tier (Die Konikpferde der Steveraue dürften ca. 400 kg wiegen) erst mal viel an. Trotzdem möge man bedenken das schon 10 Triebe ca 1 kg wiegen. Das tückische ist, das sich die Giftstoffe der Pflanze in der Leber der Tiere anreichert und nicht abgebaut wird! Zumal variieren die Bitterstoffe in der Pflanze im Laufe der verschiedenen Vegetationsstadien. Im Klartext, im getrockneten Zustand (Heu) verliert die Pflanze die Bitterkeit und wird von den Tieren gefressen.

Im Tierschutzgesetz § 3 Abs. 9 steht: "Es ist verboten, einem Tier Futter darzureichen, das dem Tier erhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden bereitet." Das sollte m.E. auch für Naturschutzflächen gelten. Ich bin mir sicher, wenn ich meine Pferde auf so einer verkrauteten Weide stellen würde hätte ich in kürzester Zeit zu Recht das Veterinäramt auf den Hof.

Die Aussage in dem Zeitungsartikel dass bisher "noch nichts nachweislich passiert" ist, wirft die Frage auf, ob die verendeten Tiere wirklich obduziert worden sind um eine Vergiftung nachweislich auszuschließen.

Interessant ist auch die Theorie, dass die Pflanze viele Nährstoffe benötigt und deshalb nicht lange auf einen Standort wachsen würden. Tatsache ist, dass sich die Pflanze besonders auf extensiven, nähstoffarmen Boden ( z.B. Steveraue) wohl fühlt.

Ich bin schon gespannt auf das kommende Jahr, denn dann wird die Pflanze bestimmt immer weniger werden, und außerdem, Sie wissen schon, die Tiere fressen sie ja nicht....

Monika Linau - Pressesprecherin UWG Samstag, 25. Juli 2020 von Monika Linau - Pressesprecherin UWG

Entgegnung Bürgermeister Sendermann

Das Problem ist nicht gelöst!

Pressemitteilung der UWG Olfen zu der Stellungnahme von Bürgermeister Wilhelm Sendermann zum Thema Jakobskreuzkraut

Wir finden es schade, Herr Bürgermeister Sendermann, dass Sie die Probleme, die das Jakobskreuzkraut in der Aue und auf umliegenden Weideflächen erzeugt, nicht sehen und deshalb auch nicht aktiv angehen wollen. Wie man in den letzten Wochen in dieser Zeitung lesen konnte, ist es nicht nur die UWG, die sich Sorgen um die Tiere macht. Keiner weiß, ob die Tiere es fressen, wenn nicht im frischen, dann vielleicht im getrockneten Zustand. Denn auch, wenn das Kraut nicht jedes Jahr so reich blüht, dieses Jahr ist wieder sehr viel davon in der Aue. Wir zweifeln die Aussage Ihrer Fachleute, dass die Pflanze verdrängt wird, deshalb an. Sie haben Recht: das Thema ist alt, aber es immer noch aktuell. Deshalb fordern wir Sie auf: Arbeiten Sie es endlich ab. Schon vor mehreren Jahren haben Sie uns im Bauausschuss ein Gutachten bzgl. der Auswirkungen des Jakobskreuzkrautes auf die Tiere in der Steveraue zugesagt. Es bewegt die Menschen in Olfen, deshalb handeln Sie endlich!

UWG Olfen (Unabhängige Wählergemeinschaft Olfen), Lüdinghauser Str. 12c, 59399 Olfen, E-Mail: uwg@uwg-olfen.de

Wir verwenden Cookies um die Benutzerfreundlichkeit für diese Seite zu erhöhen. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Hier können Sie Cookies annehmen oder ablehnen